Die Immobilienblase in Deutschland – Chancen und Risiken

Immobilien sind derzeit ein beliebtes Anlagemittel. In Zeiten der Inflation sucht jeder nach einer Anlage, die den Wert des Geldes erhöht und wird bei Immobilien fündig. Doch stehen auch schon Gerüchte über eine Immobilienblase im Raum. Ob und wie sich die Investition in Immobilien rentiert, lesen Sie hier. 

Immobilien als attraktive Investition

Immobilien als Kapitalanlage werden meist dann interessant, wenn sich andere Kapitalanlagen nicht mehr rentieren. Genau dieses Klima bietet der Markt zurzeit. Der niedrige Zins führt zu geringeren Erträgen in den gängigen Kapitalanlagen, wie zum Beispiel Anleihen. Es besteht der Wunsch, das Geld so anzulegen, dass die Inflation mindestens ausgeglichen wird. Viele Menschen wenden sich in diesen Zeiten dem Immobilienmarkt zu. Zu Recht, denn der niedrige Zins führt dazu, dass sich Darlehen zu günstigen Konditionen erwerben lassen. Zudem steigt vor allem in den Großstädten wie München oder Hamburg der Wert der Immobilien an. Dies verspricht Anlegern eine hohe Rendite. Außerdem vermittelt die Investition in eine Immobilie ein zusätzliches Gefühl der Sicherheit – besonders, wenn die Wertentwicklung von Kapitalanlagen als unsicher gilt. 

Was ist eine Immobilienblase?

Bei einer Immobilienblase werden die Preise von Immobilien, ähnlich einer Seifenblase, „aufgeblasen“. Sie steigen an, bis sie letztendlich ihren Höchststand erreichen. Dann „platzt“ die Blase und die Immobilien verlieren wieder an Wert. Es gibt zwei mögliche Gründe für eine solche Entwicklung. Der erste Grund ist eine vereinfachte Vergabe von Krediten, durch zum Beispiel niedrige Zinsen. Dies führt dazu, dass die Nachfrage nach Immobilien höher wird als das Angebot und die Preise dementsprechend stark ansteigen. Der zweite Grund wären staatliche Eingriffe in das Marktgeschehen, beispielsweise durch Vergünstigungen. Diese können einen regelrechten Bauboom auslösen. Dadurch steigt das Angebot über die Nachfrage und die Preise für Immobilien sinken. 

Historische Ereignisse des Immobilienmarktes

Schon in den 1920ern platzte eine Immobilienblase in Miami. Die Grundstücke und Immobilien wurden dort überteuert gehandelt, sogar mehrmals am Tag verkauft. Dies änderte sich jedoch, als die Lebenshaltungskosten stiegen und die Nachfrage immer kleiner wurde: Die Blase platzte. In Japan ging in den 1980er Jahren die Immobilienblase mit einer allgemeinen Finanzblase einher. Als diese platzte, fielen auch die Immobilienpreise weit über die Hälfte ab. Nicht zu vergessen ist natürlich die Finanzkrise im Jahr 2007/2008, die mit einer geplatzten Immobilienblase in den USA begann. 

Negative Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Auch heute stellt sich die Frage: Stehen wir vor einer Immobilienblase? Denn die Immobilienpreise in Deutschland steigen. Vor allem Großstädte wie München oder Hamburg sind davon betroffen, aber auch in ländlicheren Gebieten werden Immobilien teurer. Die Mietpreise steigen dagegen weniger schnell. Diese werden durch finanzpolitische Maßnahmen wie die Mietpreisbremse reguliert. Steigt der Leitzins nun wieder an, werden die Kredite, die für die Bezahlung der Immobilien genutzt werden, teurer. Können diese nun nicht mehr zurückgezahlt werden, drohen Zwangsverkäufe und das Angebot wird wieder größer als die Nachfrage. Oder anders ausgedrückt: Die Immobilienpreise sinken. Ein Gutachten des Zentralen Immobilienausschusses bestätigt, dass die Preise stärker steigen als die Mieten, zumindest in München. Dies schürt die Angst vor einer Immobilienblase. Laut Berichten der Welt und des Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gibt es weitere Anzeichen für eine Immobilienblase in Deutschland: niedrige Zinsen, Kreditvergaben und das Bevölkerungswachstum. Das DIW warnt zudem, dass die finanzpolitischen Instrumente momentan nicht ausreichen, um eine weitere Immobilienblase zu verhindern.

Aktuelle Marktsituation

Doch noch herrscht ein Immobilienboom in Deutschland und es sind längst nicht alle Gefahrenmerkmale für einen Immobiliencrash erfüllt. So ist das Verhältnis von Hypothekenkrediten zum BIP weiterhin im grünen Bereich. Strenge Vergabekriterien bei Krediten sichern zudem, dass in Deutschland eine Krise wie in den USA unwahrscheinlich ist. Dort wurden 2007 Kredite ohne die hierzulande strengen Vergaberegularien zugelassen. Dies führte dazu, dass die Kredite nicht zurückgezahlt werden konnten. In Deutschland sind die Kriterien aber meist so ausgelegt, dass die Kredite ausreichend durch Eigenkapital gedeckt sind. Hinzu kommt, dass vor allem in den schon angesprochenen Ballungsgebieten die Nachfrage nach Wohnraum noch lange nicht gedeckt ist. Auf eine Immobilienblase deutet derzeit also nichts hin. Um dennoch vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, ausführliche Informationen zu einem Immobilienobjekt einzuholen. So verhindern Sie einen Kauf zu überteuerten Preisen. Der Wert der Immobilie sollte zu ihrem Kaufpreis passen. Wenn Sie jetzt eine Finanzierung mit hohem Eigenkapitalanteil ins Auge fassen, verhindern Sie, dass sie im Falle von Zinssteigerungen verkaufen müssen. Panik- und Zwangsverkäufe sind in jeden Fall zu vermeiden. Sie führen meistens zu erheblichen Verlusten. Bei ausreichend Eigenkapital ist in Krisenzeiten die Finanzierung des Objekts gesichert. Zudem ist es sinnvoll, das Risiko durch Investments in verschiedene Immobilien oder durch unterschiedliche Anlagesysteme zu streuen. 

Crowdinvesting als Investitionsmöglichkeit

Eine Möglichkeit der Risikostreuung ist Crowdinvesting. Eine größere Anzahl an Personen investiert bei diesem Anlagemodell gemeinsam in eine Immobilie. Der Vorteil dabei ist, dass Sie bereits mit kleinen Beträgen einsteigen können. Durch die Crowd ist genügend Eigenkapital vorhanden, um die Immobilie relativ krisensicher zu finanzieren. Mit kleinen Beträgen in verschiedene Projekte zu investieren, ermöglicht es Ihnen zusätzlich, das Risiko breit zu streuen. Damit wären Sie auch in einer drohenden Immobilienblase abgesichert. Doch zurzeit ist das Klima für Immobilieninvestitionen positiver Natur. Die Möglichkeit, Ihr Kapital gegen die Inflation abzusichern, ist Ihnen durch solche Investitionen besser gegeben, als durch gängige Kapitalanlagen. Wichtig ist, sich von Experten beraten zu lassen und somit in Immobilien zu investieren, deren Sachwert noch durch den Kaufpreis wiedergespiegelt wird. Es ist wichtig, trotz des positiven Klimas und der immer noch anhaltenden Wohnungsnot Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dann steht einer erfolgreichen Investition in Immobilien nichts mehr im Wege.