Immobilien als Kapitalanlagen – Darauf ist zu achten

Immobilien gelten schon seit langer Zeit als eine sichere Wertanlage. Frei nach dem Motto „Gewohnt wird immer“ wird ständig neuer Wohnraum benötigt. Viele Investoren spekulieren auf große Gewinne durch die Mieteinnahmen oder wollen sich einfach den Traum vom Eigenheim erfüllen. In vielen Fällen ist das jedoch mit Risiken verbunden.

Was sind Anlageimmobilien?

Es gibt viele Gründe, die zum Kauf einer Immobilie führen können. Besonders als Rücklage für das hohe Alter sind Eigentumswohnungen oder Häuser stets eine beliebte Investition gewesen. Da ein kontinuierlicher Bedarf an Wohnraum besteht, können Sie auch durch die regelmäßigen Mieteinnahmen profitieren. Zu Beginn sollten Sie jedoch klären, ob Sie die Immobilie als Eigenheim nutzen möchten oder sie mit dem Ziel kaufen, möglichst viel Gewinn aus der Investition zu erwirtschaften. Soll die Immobilie lange gehalten oder aufwendig saniert und im Anschluss teuer verkauft werden? Achten Sie je nach Ziel der Investition auf verschiedene Aspekte.

Wichtige Faktoren vor der Investition

Trotz der vielen Vorteile, die der Kauf einer Immobilie bietet, müssen Sie bei der Auswahl des richtigen Objekts einige Punkte beachten. Besonders die Lage der Immobilie ist entscheidend für den Erfolg der Investition. Eine gute Lage hat einen positiven Einfluss auf die Mieteinnahme und Wertentwicklung des Objekts. Wenn die Lage jedoch ungünstig ist, entwickelt Sich Ihre Immobilie weit weniger profitabel, als Sie vielleicht erwarten. In Fachkreisen wird zwischen der Makro- und der Mikrolage unterschieden. Bei der Makrolage wird der Blick auf die Region und die Stadt, in der das Objekt steht, gerichtet. Für zukünftige Hausbesitzer ist es wichtig, ob die Region viele Arbeitsplätze anbietet und über eine gute Infrastruktur verfügt. Bei der Mikrolage wird auf das Umfeld geachtet: Die Angebote, die in der direkten Nachbarschaft des Objekts zur Verfügung stehen, haben natürlich einen Einfluss auf die Wertentwicklung der Immobilie. Auch der Zustand des Objekts selbst muss vor der Investition genau geprüft werden. Handelt es sich um einen renovierungsbedürftigen Altbau oder einen modernen Neubau, für den Sie schnell neue Mieter finden? Hier steckt der Teufel im Detail und Sie müssen viele Faktoren miteinbeziehen, bevor Sie sich für die Investition in ein Objekt entscheiden.

Der deutsche Immobilienmarkt im Vergleich

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern fällt auf, dass Deutschland ein Land der Mieter ist. Die Wohneigentumsquote ist sehr niedrig. Während in Deutschland nur 45 Prozent das Wohneigentum selbst nutzen, liegt dieser Wert im Rest von Europa bei beinahe 70 Prozent. Besonders in Großstädten und Regionen mit hart umkämpftem Wohnungsmarkt machen nur noch wenige Menschen den Schritt zum Eigenheim oder zur Kapitalanlage, obwohl Immobilien als besonders wertstabil gelten. Gerade junge Menschen haben oftmals nicht die finanziellen Rücklagen, um ausreichend Eigenkapital aufzubringen. Die hohen Kaufnebenkosten haben natürlich auch einen großen Einfluss auf die fehlende Investitionsbereitschaft in Deutschland. Im Vergleich mit unseren Nachbarn fällt auf, dass die Kosten, die auf frische Investoren zukommen, sehr hoch sind. Zusätzlich zur Grunderwerbsteuer und den Kosten für den Notar kommen auch Maklerprovisionen und Modernisierungskosten hinzu. Wahrscheinlich müssen Sie für den Immobilienkauf auch ein Darlehen aufnehmen, wodurch zusätzliche Nebenkosten entstehen. All das macht Deutschland zu einem Außenseiter in der EU, wenn es um Immobilien und Kapitalanlagen geht.

Die Risiken beim Immobilienkauf

Der Kauf eines Objekts, ob als Wohnhaus oder Kapitalanlage, ist immer mit Risiken verbunden. Es kann sich daher lohnen, sich von einem Fachmann vorab beraten zu lassen. Besonders in ländlichen Regionen macht die Landflucht Immobilienbesitzern zu schaffen. Der Leerstand in vielen Objekten ist sehr hoch, wodurch Mieteinnahmen mitunter ausfallen können. Das kann sich auch negativ auf die Betriebskosten auswirken. Für etwaigen Leerstand in der Immobilie müssen die Eigentümer aufkommen. Gerade auch in Zeiten niedriger Zinsen investieren viele Menschen ihr ganzes Erspartes in ein Objekt, was natürlich ein großes Risiko darstellt. Bei der Immobilienfinanzierung spielt auch die Kapitalbindung eine tragende Rolle. Je nach Objekt und Kosten kann es lange dauern, bis die finanziellen Mittel, die Sie für den Kauf des Objekts genutzt haben, Ihnen auch wieder zur Verfügung stehen. 

Alternative Finanzierungsmodelle

In Zeiten des Internets existieren alternative Finanzierungsmodelle, die sowohl für Investoren als auch Finanzierungsnehmer Vorteile bieten können. Beim Crowdinvesting sammelt der Finanzierungsnehmer Geld von einer großen Anzahl von privaten Investoren. Einsteigen können Sie bereits mit geringen Beträgen wie 500 Euro. Sie können dadurch digital in Neubauimmobilien investieren, auch mit nur wenig Kapital und dadurch von den Vorteilen der Diversifikation profitieren. Die Anleger sind meistens auch von den anfallenden Verwaltungskosten verschont. Diese werden üblicherweise vom Finanzierungsnehmer getragen. Er ist auch verantwortlich für die Finanzierungsstrukturen, die er in Absprache mit der Crowdinvesting-Plattform entwickelt und vorstellt. Der Finanzierungsnehmer kann das gesammelte Geld wie Eigenkapital verwenden und ist dadurch unabhängiger von Banken und Darlehen. Bei dieser Form der Finanzierung ist das Objekt, um das es sich handelt, bekannt, anders als z.B. bei einem offenen Immobilienfonds. Es gibt allerdings keine Garantie auf eine Rendite. Im Falle einer Insolvenz oder ähnlichen Problemen muss immer mit einem Totalverlust gerechnet werden. Daher sollten Sie niemals mehr Geld investieren, als Sie sich wirklich leisten können. Es existieren mittlerweile auch finanzielle Obergrenzen für das Crowdinvesting, die durch das Kleinanlegerschutzgesetz geregelt sind.

Fazit

Nicht zuletzt dank der Digitalisierung steht der Immobilienmarkt mehr Menschen offener denn je. Immobilien sind eine der interessantesten Kapitalanlagen und eine spannende Möglichkeit Geld zu investieren. Deutschland ist, trotz der hohen Kosten, ein wachsender Immobilienmarkt, in dem ständig neuer Wohnraum gesucht wird. Sollten Sie nicht genug Eigenkapital haben oder nur auf der Suche nach einer kleinen Investitionsmöglichkeit sein, ist Crowdinvesting eine moderne Möglichkeit, in den Immobilienmarkt einzusteigen.