Wege der Altersvorsorge

Vor dem Alter sollte niemand Angst haben. Schließlich ist es die Zeit, in der man endlich das Leben in vollen Zügen genießen kann. Hobbies und Interessen, die einen das Leben lang begleitet haben, können nun tagtäglich gelebt werden. Für viele sicherlich eine Umgewöhnung, aber hat man sich mental auf die freie, veränderte Lebensführung eingestellt, ist das Rentenalter eine goldene Zeit. Zumindest war dies in der Vergangenheit der Fall. Mittlerweile reicht die gesetzliche Rente für viele Menschen nicht mehr aus, um unbeschwert leben zu können. Wenn die Rente zu kurz kommt, muss mit privater Vorsorge nachgebessert werden. 

Mehr Zeit im Ruhestand, aber weniger finanzielle Mittel

Aufgrund des demographischen Wandels wird die Gesellschaft in Deutschland in der Zukunft deutlich überaltert sein – so gibt es auch heutzutage schon weniger junge Menschen, die in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen. Bezüglich der Altersvorsorge stehen Ihnen in Deutschland verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Als Basismodelle der Vorsorge gelten die gesetzliche Rentenversicherung, sowie berufsständige Versorgungswerke und die Rürup Rente. Dem steht die private Altersvorsorge gegenüber – das kann die betriebliche Vorsorge sein, bei der sich Ihr Arbeitgeber prozentual an Ihrer privaten Einzahlung beteiligt, oder die staatlich geförderte Riester-Rente. Die Riester-Rente bietet Ihnen vor allem steuerliche Vorteile. Des Weiteren haben Sie auch die Möglichkeit, private Lebensversicherungen oder Fonds-Rentenversicherungen abzuschließen.

Klassische Wege der Altersvorsorge

Es ist durchaus sinnvoll, dass Sie schon in jungen Jahren mit dem Vermögensaufbau beginnen. So ist die Rendite am Ende der Laufzeit oftmals höher, als wenn ein Produkt für die Altersvorsorge erst mit 30 oder 40 Jahren abgeschlossen wird. Bei der Riester-Rente gibt es für Sie vom Staat zudem einen einmaligen Bonus von 200 Euro, wenn sie die Riester-Rente vor Ihrem 25. Lebensjahr abschließen. Grundsätzlich ist es für Sie ratsam, in Fonds oder Aktiensparpläne monatlich kleine Beträge einzuzahlen. Unter den Aktienfonds stellen sogenannte Indexfonds, auch bekannt als ETFs, eine kostengünstige Alternative dar. Anders als bei einem Aktienfonds fallen für Sie bei den ETFs keine Ausgabeaufschläge an. Im Gegensatz zu Depotgebühren, die einige Filialbanken verlangen, sind die Verwaltungsgebühren bei Indexfonds ebenfalls relativ gering.

Immobilien spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der privaten Altersvorsorge. Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase gibt es einen regelrechten Immobilienboom in Deutschland. Laut einer Umfrage des Deutschen Immobilienverbandes sind 58 Prozent der Befragten der Meinung, dass Immobilien in Bezug auf die Altersvorsorge an Bedeutung gewinnen werden. Jedoch gibt es gewisse Fallstricke, die Sie vor dem Erwerb einer Immobilie sorgsam prüfen sollten. So haben Sie zwar voraussichtlich Ihre Immobilie im Alter abbezahlt und sparen sich potenziell hohe Mietkosten, jedoch müssen sämtliche Nebenkosten und Instandsetzungskosten weiterhin von Ihnen persönlich getragen werden. Neben der anfänglichen Investition in die Immobilie müssen Sie bei einem Verkauf zudem auch noch die Kaufnebenkosten wie Bankzinsen und Notarkosten beachten. Sollten Sie eine Immobilie für die Altersvorsorge in Erwägung ziehen, so kann sogar eine langsame Tilgung von Bankkrediten von Vorteil sein. Bewohnen Sie die Immobilie jedoch selbst, ist es sinnvoll, eine schnelle Tilgung anzustreben. So sollten Sie das Eigenheim zum Renteneintrittsalter zu 90 Prozent abbezahlt haben. Hintergrund ist hier, dass mit dem Ausscheiden aus der Berufstätigkeit die finanziellen Mittel Ihres Haushaltes natürlich geringer werden und somit monatlich weniger Budget zur Verfügung steht. Sollten Sie jetzt noch eine hohe Tilgungssumme an die Bank zahlen müssen, kann der finanzielle Spielraum sehr schnell eng werden.

Individuelle Risikoabwägung bei der Altersvorsorge

In Bezug auf die Altersvorsorge für den Ruhestand bieten sich Ihnen eine Vielzahl von Möglichkeiten, die entweder eher risikoarm sind oder risikoreich sind. Jedoch gibt es auch innerhalb der angebotenen Vorsorgeprodukte Unterschiede, die Sie beachten sollten. So müssen fondsgebundene Rentenversicherungen nicht zwangsläufig mit einem hohen Risiko einhergehen. Wie sicher oder risikoreich eine Fondsrente ist, hängt ganz vom jeweiligen Fonds ab. Sind hier viele Aktienfonds ausgewählt, geht es vor allem um eine hohe Rendite. Wird jedoch vermehrt in Rentenfonds investiert, geht es eher um langfristige Sicherheit mit weniger Rendite. Investitionen in Immobilien oder Immobilienfonds sind geeignete Werkzeuge der privaten Altersvorsorge. Seien Sie aber vor den Gefahren der spekulativen Überbewertung gewarnt. Besonders in attraktiven urbanen Lagen sind die Immobilienpreise in Deutschland kontinuierlich gestiegen. So sind Experten der Bundesbank der Ansicht, dass die Immobilienpreise in Deutschland deutlich über dem Niveau liegen, welches durch wirtschaftliche und demografische Faktoren gerechtfertigt scheint. Die Gefahr einer platzenden Immobilienblase in Deutschland ist noch als eher gering einzuschätzen, da Privathaushalte vergleichsweise niedrig verschuldet sind. Ein Immobiliencrash wie 2008/09 in den USA ist somit in Deutschland noch nicht zu befürchten. Da Finanzprodukte zur privaten Altersvorsorge aber naturgemäß auf lange Laufzeiten ausgelegt sind, sollten Sie den Markt über die jahrzehntelange Laufzeit Ihrer Anlagen genau im Auge behalten.