Immobilien

Die Bedeutung von Immobilien-Sachwerten nach der Krise fürs Portfolio

Immobilien gelten seit jeher als besonders krisensichere Anlagemöglichkeiten für Privatanleger. Doch die Branche steht vor großen Herausforderungen. Die Corona-Krise hat einen immensen Einfluss auf die Wertstabilität verschiedener Immobilientypen. In Krisenzeiten nämlich gibt es durchaus große Unterschiede bei der Attraktivität von Gebäuden. Wir erläutern Ihnen die aktuellen Trends der Immobilienbranche und welche Immobilien eine besondere Bedeutung für Ihr Portfolio nach der Krise einnehmen werden.

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Stabile Entwicklung bei Immobilien

Aktuell wird deutlich, wie fragil einige Branchen auf Wirtschaftskrisen reagieren. Während beinahe alle Branchen der weltweiten Wirtschaft unter den Folgen des Corona-Lockdowns leiden, zeigen Immobilienpreise weiterhin eine hohe Stabilität. Staatliche Maßnahmen werden entscheiden, welche Gebäude nach der Krise besonders attraktiv für Privatanleger und Investoren sein werden. Staatliche Maßnahmen schützten zuletzt besonders stark die Mieterinteressen. Der im Juni ausgelaufene Kündigungsschutz für Mieter ist ein gutes Beispiel. In Krisenzeiten ist es aber mindestens genauso wichtig, auch die Interessen der Vermieter zu schützen. Denn nur wenn Vermieter regelmäßige, stabile Mieterträge einfahren können, wird die Immobilienbewertung positiv sein. Mietstabilität und Immobilienbewertung gehen Hand in Hand. 

Wohnimmobilien oder Geschäftsimmobilien – dahin geht der Trend

Investoren wissen: Gewohnt wird immer. Und das macht Wohnimmobilien auch während und besonders nach der Krise zu attraktiven Assets für Ihr Portfolio. Selbst in der Krise müssen die Menschen ein Dach über dem Kopf haben. Die Mieteinnahmen sind also gesichert. Doch der durch die Corona-Krise staatlich verordnete Hausarrest weckt jetzt bei Millionen neue Begehrlichkeiten. Viele Arbeitnehmer mussten sich ungewollt mit einem Home-Office arrangieren; Platz dafür ist in den meisten Wohnungen jedoch nicht. Auch Terrassen, Balkone und Gärten wurden von vielen Mietern während der Corona-Isolation schmerzlich vermisst. Es ist davon auszugehen, dass Mieter in Zukunft wesentlich mehr Wert auf größere Wohnungen legen, und bereit sind, höhere Mieten zu zahlen für Annehmlichkeiten wie Balkone, Home-Office-Platz oder Gärten. Wer mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringt, mehr Geld für komfortables Wohnen bezahlt und öfter von zu Hause arbeitet, dem sind attraktive Lagen mit Naherholungsmöglichkeiten wichtiger als kurze Arbeitswege.

Viele Unternehmen und Arbeitnehmer haben im Zuge der Krise die Vorteile erkannt, die die Heimarbeit mit sich bringt. Für die Arbeitnehmer entfällt der Weg zur Arbeit, was Zeit und Geld spart. Arbeitgeber können wesentlich kleinere Büros anmieten, da ein bedeutend größerer Teil der Belegschaft auch in Zukunft regelmäßig aus dem Home-Office arbeiten wollen wird. Büroimmobilien werden nach der Krise für viele Investoren daher nicht mehr so interessant sein. Die wachsende Bedeutung der Wohnimmobilien bei gleichzeitigem Bedeutungsverlust von Büroimmobilien ist für Investoren die wichtigste Erkenntnis aus der Krise. Auch andere Geschäftsimmobilien wie Shopping-Malls oder Ladengeschäfte werden voraussichtlich weiter einer sinkenden Nachfrage unterliegen, denn der Boom des Online-Handels wurde durch die Krise massiv verstärkt.

Serviced Apartments und Ferienimmobilien – ein wachsender Markt

Dass die Bedeutung des komfortablen Wohnens steigt und Immobilienkapitalanlagen in Wohnimmobilien attraktiver werden, sind gute Nachrichten für Investoren in Betreiberimmobilien wie Serviced Apartments. Serviced Apartments gewinnen zusehends an Bedeutung, da sie den Vorteil einer heimeligen Atmosphäre mit dem Service eines Hotels kombinieren. Höhere Renditen sind bei diesen Objekten zu erwarten, da die Nachfrage steigen wird. Auch Ferienimmobilien können eine interessante Möglichkeit für Investoren sein. Hotels und Ferienanlagen haben starke Einschnitte in der Krise hinnehmen müssen. Ferienimmobilien hingegen erlebten zur selben Zeit eine sehr hohe Nachfrage. Es ist davon auszugehen, dass sich die Form des Urlaubs verändern wird, weg vom Pauschalurlaub im Hotel, hin zu Ferien in Ferienwohnungen und -häusern. Ferienimmobilien versprechen wesentlich höhere Mieteinnahmen als klassische Wohnimmobilien gleicher Größe und Ausstattung. 

Ein weiterer Trendsektor der Immobilienbranche: Gesundheitsimmobilien. Dem demographischen Wandel ist es geschuldet, dass die Nachfrage nach Pflegeheimen, Gesundheitszentren und Betreuungsstätten ansteigen wird. Aus demographischer Sicht ebenfalls interessant ist der Trend der Life Sciences. Viele disruptive, junge Startups drängen auf den Pharma-Markt und revolutionieren die klassischen Pharma-Angebote durch digitalisierte Lösungen. Individuelle, datenbasierte Gesundheitslösungen werden heute für die Alten von morgen entwickelt. Dafür brauchen die Life-Science-Startups allerdings Gründerzentren, Forschungsflächen und Entwicklungs-Hubs. Investitionen in entsprechende Immobilien sind heute absolut sinnvoll.

Es ist lohnenswert, vor dem Investment in eine Immobilie eine genaue Marktbetrachtung durchzuführen. So können Sie die Gewinner und Verlierer der Immobilienbereiche schnell ausfindig machen. Die Erfahrungen und Erkenntnisse der Krise sind Ihre beste Möglichkeit, Ihr Portfolio jetzt mit den richtigen Investments zu stärken. 

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