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Fine Wine Investments: Der Einfluss führender Kritiker auf die Preisentwicklung

Beim Thema Wein scheiden sich die Geister: Konsumenten schätzen ihn als Begleiter zu einem guten Essen. Weinsammler lagern Fine Wine dagegen lieber in wohltemperierten Kellerräumen oder speziellen Depots und hoffen auf Preissteigerungen. Erlesene und teure Weine erfreuen seit Jahrtausenden nicht nur den Gaumen, sondern werden zur Werterhaltung gesammelt und gehandelt. Erfahren Sie, wie Kritikerbewertungen die Preisentwicklung von Fine Wine beeinflussen und wie Anleger von Investments in Fine Wine profitieren können.

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Fine Wine Investments sind komplex und verlangen ein hohes Maß an Sachkenntnis. Denn nur zwei Prozent aller Weine weltweit eignen sich als Geldanlage, wobei Rebensäfte aus dem Supermarkt überhaupt nicht in Betracht kommen. Exklusive Tropfen können jedoch hohe Renditen erzielen: So ersteigerte im Oktober 2014 ein anonymer Bieter in Hongkong 114 Flaschen von der Burgunder-Legende Romanée-Conti für 1,3 Millionen Euro. Dabei waren die umgerechnet 11.200 Euro pro Flasche fast noch ein Schnäppchen. Vor Kurzem wurde ein trockener Riesling – eine Zwölf-Liter-Flasche „Monte Vacano“ aus dem Weingut Robert Weil des Jahrgangs 2018 – für einen Rekordpreis von 18.000 Euro auktioniert. 

Guter Wein hat seinen Preis

Generell folgt der Weinmarkt dem Gesetz von Angebot und Nachfrage, kennt jedoch auch einige Besonderheiten. Das Angebot ist durch eine natürliche Verknappung gekennzeichnet. Die Produktionskapazität gefragter Weingüter ist begrenzt, gute Jahrgänge sind begehrt aber nicht mehr reproduzierbar, und mit jeder getrunkenen Flasche schrumpft das Angebot.

Gleichzeitig hat die Nachfrage nach Fine Wine in den vergangenen Jahren, insbesondere aufgrund der steigenden Kapitalmenge in Schwellen- und Industrieländern, und dem zunehmenden Interesse an alternativen, robusten Sachwertinvestments deutlich zugenommen.

Wer eine besonders gute und möglicherweise auch lukrative Flasche Wein kaufen möchte, verlässt sich entweder auf seinen eigenen Gaumen, oder Kritikerrezensionen, die mit Ihrer Bewertung Weininvestoren wichtige Anhaltspunkte bieten. Denn nur sehr ausgewählte, edle Tropfen eignen sich als Geldanlage.

Robert Parkers The Wine Advocate

Während für deutsche Weine die Bewertungen des Gault-Millau Weinguide oder die Qualitätsbezeichnung „Große Gewächse" des VDP zählen, können sich Investoren bei französischen und internationalen Weinen an den Bewertungen des renommierten Weinjournalisten und Kritikers Robert Parker orientieren. Dessen numerisches „Parker-Punkte”-Bewertungssystem ist eine internationale Messlatte für guten Geschmack und ein maßgeblicher Preisbildungsfaktor auf dem Weinmarkt. Weine, die er gut bewertet, erzielten in der Vergangenheit teils signifikante Wertsteigerungen. 

Der ehemalige Jurist verfasste 1975 einen unabhängigen verbraucherorientierten Weinführer und publizierte 1978 die erste Ausgabe seines Newsletters The Wine Advocate – als gratis Postbeilage für Weininteressenten großer Händler. Im Jahr 1978 zählte The Wine Advocate 600 Abonnenten. Heute zählt die Publikation über 50.000 Leser in rund 40 Ländern weltweit.

Internationales Aufsehen erregte Parker erstmals 1982. Während die gesamte Kritikerwelt den Bordeaux-Jahrgang 1982 in Grund und Boden schrieb und ihm als „säurearm” keine große Zukunft prophezeite, behauptete der Weinliebhaber das genaue Gegenteil und sprach von einem „superben” Jahrgang. Zwar dauert die Debatte darüber, ob Parker mit dem alterungsbeständigen Jahrgang 1982 recht hatte, noch bis heute an. Doch seither hört die internationale Weinkennerszene auf sein manchmal kontrovers diskutiertes Urteil.

In den Folgejahren stieg auch der Einfluss des Kritikers auf die Preisentwicklung der von ihm beurteilten Weine. Beispielsweise, als Par­ker im Dezem­ber 2014 das Châ­teau Mouton-Rothschild besuchte und deren 2005er mas­siv aufgewertet hatte. Nach­dem der Wein im Jah­re 2006 „nur” 94–96 Punk­te erhal­ten hat­te, vergab Parker nun 99+ Punk­te. Infolge des neuen Ratings zog der Preis für den Wein 2015 zeitweise um +25 % an.

Der Hype um die 100 Parker-Punkte

Bei seinen Bewertungen vergibt der Weinexperte zwischen 50 und 100 Punkte. Dabei bedeuten 50 – 69 Robert Parker-Punkte: schlecht bis unterdurchschnittlich. Edle Tropfen, die über 90 Punkte scoren, sind hervorragend und Weine mit mehr als 96 Punkten außerordentlich. Alle Weine werden nach dem gleichen Prinzip verkostet, das sich aus vier Parametern zusammensetzt: Aussehen, Geruch, Geschmack und Gesamteindruck. Zunächst erhält jeder Wein 50 Basispunkte – darüber hinaus gibt es bis zu fünf Punkte für das Aussehen des Weins und bis zu 15 Punkte für den Geruch. Dazu kommen maximal 20 Punkte für den Geschmack und weitere maximal zehn Punkte für den Gesamteindruck. Weine, wie der bereits erwähnte Châ­teau Mouton-Rothschild, denen Robert Parker ein besonderes Potenzial während der Lagerungszeit zurechnet, erhalten zusätzlich noch ein “+”-Zeichen.

Parkers Rating gilt für viele Weinhändler, Sammler und Weininvestoren als herausragendes Qualitätsmerkmal, was die Nachfrage und das Preisniveau sprunghaft nach oben schnellen lässt. So erleben Weine, die 90 Punkte oder mehr erhalten, manchmal Preissprünge von über 100 %. Obwohl Robert Parker 2019 seinen Posten bei The Wine Advocate aufgab und sein Erbe von erfahrenen Sommeliers weiterführen lässt, sind Parker-Punkte weltweit noch immer eine maßgebliche Referenz in der Weinbewertung.

Fine Wine: Eine liquide Geldanlage

Eine führende Rolle bei der Preisbildung von Fine Wine nimmt auch die Londoner Weinbörse Liv-ex ein. Der Index, der die Handelspreise der 100 bedeutendsten Weine abbildet, listet lediglich edle Tropfen auf, die auf der Parker-Skala mindestens 95 Punkte erreicht haben und gilt als Gradmesser für die gesamte Branche. So zeigt der Index aktuell, dass die Covid19-Pandemie in der Weinbranche für wesentlich geringere Volatilität gesorgt hat, als an den Aktienmärkten. Während beispielsweise der DAX oder Dow Jones im Frühjahr 2020 zeitweise um 30 % nachgaben, verlor der Liv-ex 100 lediglich im niedrigen, einstelligen Prozentbereich. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre erzielte der Wein-Index insgesamt +30 % Rendite, wobei einige Marktbeobachter von weiteren Preissteigerungen ausgehen.

Zum Beispiel aufgrund der wachsenden, internationalen Käuferschaft. In immer mehr Schwellenländern wird das Weintrinken zu einem Statussymbol einer wachsenden Mittelschicht. Auch legen sich immer mehr Investoren Weine als wertbeständige und unter Umständen rentable Portfoliobeimischung ins Depot.

Wer in Fine Wine investieren und von möglichen Marktchancen profitieren möchte, hat mehrere Anlagemöglichkeiten: 

Digitale Plattformen: Selektion, Investments und Lagerung aus einer Hand

Bei Direktinvestitionen in Fine Wine gibt es jedoch vor allem für Laien einige Aspekte zu bedenken. Zum Beispiel ist eine weitreichende Sachkenntnis erforderlich. Denn nur wer weiß, was ein edler Tropfen wert ist, wie er gelagert werden muss und wann der beste Verkaufszeitpunkt ist, kann mit einer Weinsammlung Erfolg haben. Das bedeutet, dass Weinanleger beim Kauf auf seriöse Quellen mit möglichst direktem Bezug und lückenloser Provenienz vertrauen sollten. 

Ferner muss das Etikett problemlos lesbar sowie die Flasche selbst ungeöffnet und vollkommen unversehrt sein. Nach dem Ankauf muss der Wein bei optimalen Bedingungen deponiert werden – idealerweise in einem professionell klimatisierten Lager. Auch sollten Weinsammler mit einkalkulieren, dass Steuern, Zölle, Auktionskosten und Lagergebühren die mögliche Rendite beträchtlich schmälern können.

Investoren, die auch ohne spezifische Sachkenntnis von den Marktchancen von Fine Wine profitieren möchten, mussten sich in der Vergangenheit auf die Meinung von Experten wie Robert Parker verlassen. Im Zuge der Digitalisierung hat sich jedoch auch die Weinbranche gewandelt: Mittlerweile gibt es für Weinliebhaber und potenzielle Investoren zahlreiche Communitys und spezifische Online-Plattformen

Dort werden valide Informationen vermittelt und teilweise auch Services einschließlich digitaler Investments aus einer Hand angeboten. Angefangen bei der strengen Selektion exklusiver Weine, über deren Finanzierung, bis hin zur steueroptimierten Lagerung. So können Investoren auch ohne spezifische Kenntnis von Fine Wine als robuster Sachwertkomponente im Portfolio profitieren.

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