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Fünf Geldanlagetipps von Profis: Investieren wie ein Family Office

Nicht nur in schwierigen Zeiten lohnt es sich, den Umgang mit Geld von Profis zu lernen. Family Offices, die das Vermögen von Superreichen verwalten, machen es vor: sie verfolgen eine umfassende Anlagestrategie, die auf Diversifikation, exklusivem Zugang und Expertenwissen beruht. Vorteile sind dabei das extrem große Anlagevermögen, die persönlichen Netzwerke der Superreichen, die auf undurchsichtigen Märkten für Durchblick sorgen und strategische Planung über Jahrzehnte hinweg erlauben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie auch ohne hohes Startkapital von ihren Tricks profitieren.

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Wählen Sie risikoarme Investitionen mit langen Laufzeiten

Verabschieden Sie sich von der Idee, mit einem glücklichen Investment über einen kurzen Zeitraum reich zu werden. Bei Ihrer Geldanlagestrategie sollten Sie sich immer auf einen langen Anlagehorizont konzentrieren, denn auch die Family Offices investieren langfristig. Das Ziel des Kapitalerhalts steht an erster Stelle, noch vor dem Wunsch nach höheren Erträgen. Family Offices investieren in Fonds und Aktien von Unternehmen mit einer geringen Fluktuation und einem stabilen Management. Wählen Sie daher Qualitätsunternehmen, die gut aufgestellt sind und auch Krisen im Markt gut überstehen können. Investitionen in solche Unternehmen haben statistisch bessere Aussichten auf konstante und zuverlässige Gewinne.

Privatanleger mit geringem Eigenkapital lassen sich oftmals von hohen Renditen zu riskanten Anlagen verführen, um schnell über mehr Geld zu verfügen. Das ist ein Trugschluss: Je kürzer Ihr Anlagehorizont ist, desto höher das Risiko. Wenn Sie aber langfristig investieren, werden auch die Auswirkungen von Krisen ausgeglichen und Ihre durchschnittliche Rendite steigt über die Gesamtlaufzeit. Ein langfristiger Anlagehorizont ist daher eine notwendige Grundvoraussetzung auf dem Weg zu Wohlstand. 

Investieren Sie in Alternative Investments

Alternative Investments wie zum Beispiel Rohstoffe, Luxusinvestitionsgüter oder auch Kryptowährungen sind längst kein Geheimtipp mehr. Laut dem Wealth Report 2020 von Douglas Elliman & Knight Frank geht der Trend in der Vermögensallokation eindeutig weg von traditionellen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen zu alternativen Investments und Sachwerten. Der Vorteil für Anleger ist, dass sich auch das Rendite-Risiko-Verhältnis bei der Anlageklasse unterscheidet. Denn Alternative Investments können ein überdurchschnittliches Renditepotential haben. 

Neben Hedgefonds und Risikokapital ist vor allem Private Equity eine vielversprechende Anlageklasse bei den Alternativen Investments. Family Offices nutzen verstärkt diesen direkten Erwerb von Unternehmensbeteiligungen an nicht börsennotierten Unternehmen, da sie so einen direkten Anteil an den erwirtschafteten Gewinnen der Unternehmen erhalten. Für den privaten Kleinanleger ist der reguläre Zugang zu Private Equity allerdings schwer, da die meisten Unternehmen eine Mindestbeteiligung von 100.000 Euro fordern. Da Private-Equity-Fonds für Privat- und Kleinanleger als zu risikoreich klassifiziert sind, werden sie meist in Dachfonds gebündelt, die mit hohen Kosten verbunden sind. Die Investition in solche Dachfonds ist mit hohen Kosten verbunden. Der Renditevorteil wird so meist schon im Vorfeld abgeschöpft.

Insbesondere Luxusinvestitionsgüter haben im letzten Jahrzehnt extrem an Wert gewonnen. Dabei stechen vor allem Kunst- und Automobilsachwerte aufgrund ihrer Beliebtheit bei den Investoren heraus. Auch sie sind grundsätzlich durch ein illiquides Marktgeschehen geprägt, gehen allerdings aufgrund ihres deutlich höheren Handelsvolumens über das Nischendasein hinaus und eröffnen sehr attraktive Investitionsmöglichkeiten.

Fokus auf Wohnimmobilien

Die Investition in Wohnimmobilien ist eine gute Basis für ein ausgewogenes Portfolio. Auch die Family Offices nutzen Wohnimmobilien, um ihren Reichtum zu erhalten und zu vermehren. Denn Immobilien sind immer noch eine der sichersten Anlageformen, die sich gerade in Krisenzeiten sehr bewährt haben. Die Gewinne einer Investition in Immobilien sind im Vergleich gut kalkulierbar und prognostizierbar. Vor allem Bestandsimmobilien und Neubauten, bei denen absehbar keine hohen Ausgaben für Renovierungsarbeiten anfallen, können sofort Einnahmen erzeugen. Besonders attraktiv sind dabei A-Städte, da dort aufgrund von stetigem Bevölkerungswachstum, Ansiedlung von innovativen Unternehmen und Investitionen in die Infrastruktur der Lebensstandard und somit die Nachfrage nach Immobilien auf hohem Niveau bleiben wird. 

Als Privatanleger haben Sie die Möglichkeit, per Direktinvestment in Immobilien zu investieren. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kauft sich ein Mehrfamilienhaus und vermietet die Apartments. Für Kleinanleger ist das aber praktisch unmöglich - aufgrund der hohen Immobilienpreise und Kaufnebenkosten gibt es in Deutschland schon jetzt immer weniger Eigentümer. Alternativ können Sie auch Anteile eines Immobilieninvestments erwerben. Wer sich auf ein vom Fondmanager vorausgewähltes Portfolio festlegen will, für den sind klassische Immobilienfonds eine mögliche Wahl. Sie sind zwar mit Kosten verbunden, erwirtschaften aber auch Renditen in Form von Mieteinnahmen. Global ausgerichtete Immobilienfonds bieten auch dann Sicherheit, wenn in einem spezifischen Land der Immobilienmarkt zusammenbricht. 

Diversifizierung durch Multi-Asset-Strategie

Vor allem in turbulenten Wirtschaftszeiten bietet eine Diversifizierung durch eine Multi-Asset-Strategie einen krisensicheren Anker im Portfolio. In der Corona-Krise haben sich Multi-Asset-Produkte gegenüber den Aktienmärkten als erstaunlich stabil erwiesen. Die Multi-Asset-Strategie nutzt eine extrem breite Streuung als Mittel, um die Risiken auf mehrere Anlageklassen zu verteilen. Die Multi-Asset-Strategie greift auf traditionelle Finanzprodukte zurück und kombiniert diese miteinander. Aktien, Anleihen, Barmittel, Immobilien und Infrastruktur werden passend zu den Marktbedingungen ausgewählt. Die breite Ausrichtung verschafft nicht nur Sicherheit, sondern sie macht auch eine schnelle Reaktion auf Veränderungen des Marktes möglich. So haben Multi-Asset-Produkte gegenüber klassischen Mischfonds mit einer durchschnittlichen jährliche Rendite von ca. 5%, Zuwachspotential. Außerdem haben sie den Vorteil, dass die Portfolios schnell wieder neu ausgerichtet werden können. 

Für Privatanleger ist die Multi-Asset-Strategie nur schwierig eigenständig aufzubauen, da sich kleine Investitionsbeträge nur schwer streuen lassen. Family Offices profitieren von der breiten Streuung der von ihnen verwalteten Vermögen aber, indem sie sich meist auf Anlageklassen mit konstanten Erträgen konzentrieren. Hochzinsanleihen, Schwellenländeranleihen, Immobilienwertpapiere mit Mieterträgen und dividendenstarke Aktien werden mit Index-Fonds und riskanteren Investments kombiniert. So können dank Multi-Asset-Strategie im besten Fall große Renditen eingefahren werden und im schlechtesten Fall die Verluste der riskanteren Anlagen durch die konstanten Gewinne der sicheren Investitionen aufgefangen werden.

Trend Blockchain-basierte digitale Anteile

Der klassische Handel mit Finanzprodukten ist umständlich und teuer. Blockchain-basierte, tokenisierte Anteile sind eine gute Möglichkeit, diesem eingefahrenen Markt zumindest teilweise zu entfliehen. Sie können mit Tokens direkt Unternehmensanteile erwerben oder selektierte Sachwerte finanzieren. Der Umweg über einen Marktplatz, wie eine Börse, wird vermieden und so können Sie Kosten sparen. Der Kauf wird fälschungssicher in der Blockchain hinterlegt und die Tokens entsprechen Ihren gekauften Anteilen. Sie steigern mit dieser Methode Ihre Rendite, denn jede Gebühr oder Provision, die Sie bei einem klassischen Wertpapierkauf haben, schmälert am Ende Ihren Gewinn.

Der Handel mit digitalen Anteilen ist rund um die Uhr möglich und Sie können daher von erweiterten Handelszeiten im Vergleich zur Börse profitieren. Direkte Investitionen sind für Sie mit dieser Methode auch in kleinere und mittelständische Unternehmen möglich. Desweiteren können sie von tokenisierten Sachwerten profitieren, denn dadurch kann ein Vermögensgegenstand mit einer sehr hohen Einzelbewertung in eine beliebige Vielzahl an Anteilen aufgeteilt werden. Für Privatanleger entstehen so Investitionsmöglichkeiten, welche herkömmlich nur sehr wohlhabenden Investoren vorbehalten waren. Im Gegensatz zu Fonds können Sie sich außerdem mit digitalen Anteilen ihr Portfolio ganz individuell nach eigenen Wünschen zusammenstellen. Eine breite Streuung und Geldanlage in illiquide Anlageklassen können Ihnen auch in Niedrigzinszeiten eine solide Rendite bescheren.

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