Grundwissen Geldanlage

Misstrauen in die Rente – Absicherung in unsicheren Zeiten

Die Rentenlücke ist ein Dauerthema. Ohne private Altersvorsorge kann der Ruhestand zur Armutsfalle werden. Dabei steht fest: Konservative Sparformen oder Aktien allein reichen nicht aus, um ein sicheres Zusatzeinkommen im Alter zu gewährleisten. Ergänzende Investitionen in selektierte Sachwerte sind eine mögliche Option für eine hinreichende Vermögensdiversifikation, die Privatanleger mit mehr Gelassenheit ins Alter blicken lässt.

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Legitimationsproblem des Rentensystems

Das staatliche Rentensystem kann mit den steigenden Lebenshaltungskosten nicht Schritt halten. Laut einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) erhöhen sich die Mindestbeitragszeiten, um eine Rente im Ausmaß der Grundsicherung zu bekommen. 27,4 Jahre musste ein Durchschnittsverdiener 2018 in die Rentenversicherung einzahlen, um die Höhe der Grundsicherung zu erreichen. Zur Erinnerung: Die Grundsicherung in Deutschland beträgt im Jahr 2020 für eine Person 432 Euro plus die Kosten der Wohnung und für eine Ehepaar 778 Euro plus die Kosten der Wohnung.

Diese Mindestbeitragszeit wird steigen, so die Simulationen des DIW bis ins Jahr 2045. Vor allem in Städten und Ballungszentren mit zunehmenden Wohnkosten werde die gesetzliche Rente für ein würdiges Leben im Alter nicht ausreichen. Ein Resümee des DIW Berlin: „Wenn die Politik nicht sicherstellt, dass Menschen, die viele Jahre erwerbstätig waren und Beiträge geleistet haben, eine Rente deutlich über dem Existenzminimum bekommen, könnte die Rentenversicherung ein Legitimationsproblem bekommen.“ Das Misstrauen ist also berechtigt.

Sinkendes Rentenniveau bis 2030 

Eine wichtige Kennzahl in der Debatte ist das Rentenniveau. Hierbei wird die verfügbare Standardrente durch das verfügbare Durchschnittseinkommen dividiert. Das Netto-Rentenniveau vor Steuern von 48 % im Jahr 2018 bedeutet, dass ein Rentner im Durchschnitt über eine Rente von knapp der Hälfte seines Einkommens verfügt. Das Rentenniveau sinkt seit vielen Jahren, beträgt 2020 noch 46 % und im Jahr 2030 voraussichtlich 43 %. Die Bundesregierung verspricht zwar Maßnahmen, die zu einer Verbesserung des Rentenniveaus führen sollen, aber sich allein darauf zu verlassen, ist keine empfehlenswerte Strategie.

Private Altersvorsorge ist ein Muss – auch für 50+

Eine private Altersvorsorge ist wichtiger denn je und je früher Privatanleger damit beginnen, desto besser. Einige beliebte Anlageformen der Vergangenheit, wie etwa das Sparbuch oder die Investition in Staatsanleihen, sind nicht mehr zielführend: Hier frisst die Inflation die spärlichen Zinsen bereits heute schon mehrfach auf. 

Aktien stellten sich in der Vergangenheit als langfristig ertragreiches Investment dar. Allerdings sind Börsenbewegungen, Marktentwicklungen und Schwankungen des Finanzsystems langfristig nicht berechen- oder vorhersehbar. Für die Altersvorsorge sind Aktienanlagen daher nur bedingt geeignet. Sachwerte wie Immobilien hingegen haben einen konkreten Asset-Bezug und versprechen besonders für langfristige Investitionen sehr gute Erträge. Auch für Menschen, die das 50. Lebensjahr bereits überschritten haben, stellen Sachwerte eine gute Möglichkeit dar, für den Ruhestand vorzusorgen. In Deutschland klettern die Immobilienpreise seit vielen Jahren nach oben, qualitativ hochwertige Immobilien gelten als sicheres Investment – auch während und nach der Corona-Krise. 

Immobilien bleiben begehrt

Die Corona-Krise macht sich auch auf dem Immobilienmarkt bemerkbar: Aufs Jahr bezogen sind laut Statistischem Bundesamt die Preise von Wohnimmobilien im Bundesgebiet im Durchschnitt um 6 % gestiegen. Deutlich stärker haben sich die Preise von Ein- und Zweifamilienhäusern in den größten sieben deutschen Städten erhöht, ganze 6 % allein im 2. Quartal 2020. Die Gründe für die Preisanstiege: Viele Anleger investieren in Krisenzeiten gerne in sichere, hochwertige Sachwerte, zudem ist der Wunsch nach einem Eigenheim unvermindert hoch. 

Die Immobilienpreise in Deutschland werden weiter zulegen, da sind sich die Experten einig. Vor allem die hohen Grundstückspreise werden in der nächsten Dekade für höhere Immobilienpreise sorgen. Denn: Grund und Boden in den beliebtesten Stadtlagen werden knapper. Ganz entscheidend für die Wertsteigerung der Immobilie ist die Lage. In den mondänen und wachsenden Städten wie Berlin, Frankfurt, Hamburg, München oder Stuttgart, wird das Angebot von Immobilien nicht mit der Nachfrage mithalten können. 

Mit Blockchain-Technologie in Sachwerte investieren

Viele Privatanleger fragen sich, ob sie selbst in eine eigene Immobilie investieren und diese dann vermieten sollen. Der Aufwand dafür ist allerdings hoch und als Laie ist man schnell überfordert: Von der Wahl des richtigen Objektes in einer guten Lage, den Verhandlungen mit dem Verkäufer und den Finanzierungsgesprächen mit den Banken, über die Suche und Sorgen mit den Mietern bis hin zu notwendigen laufenden Investitionen reicht das Spektrum. Viele Anleger schätzen deshalb die Leistungen von Profis, die ihnen diese Sorgen abnehmen. 

Aber auch für diejenigen, die stärker proaktiv die Strategie ihres Vermögensaufbaus bestimmen möchten, bietet der Wandel und die Digitalisierung des Finanzmarkts neue Wege: Mit der Blockchain-Technologie ergeben sich Möglichkeiten, in digitale Anteile zu investieren und von der Wertsteigerung zu profitieren. Dies gilt neben Immobilien auch für andere illiquide Sachwerte wie Kunst oder Oldtimer, die bis dato nur einem exklusiven Käuferkreis vorbehalten waren. Digitale Investmentplattformen bieten Kleinanlegern die Möglichkeit, mit geringen Einstiegssummen in tokenisierte Assets zu investieren und sich so ihr diversifiziertes Profi-Portfolio zusammenzustellen.

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