Immobilien

Rekordhoch bei Preisen für Bauland

Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise für Bauland haben einen historischen Höchststand erreicht. Dieser seit Jahren zu beobachtende kontinuierliche Preisanstieg hat weitreichende Folgen: Ein Grundstück zu kaufen und sich ein Eigenheim zu bauen, können sich viele Menschen momentan nicht leisten. Und auch die gesetzlichen Regularien rund um Bebauungspläne machen es zukünftigen Immobilienbesitzern nicht einfach, eigene Vermögensrücklagen zu bilden. Alternative Investment-Möglichkeiten für Privatanleger bietet der Erwerb digitaler Anteile an Immobilien.

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In Städten und Wohngebieten sind die Preise besonders hoch

Laut dem Statistischen Bundesamt kostete ein Quadratmeter baureifes Land 2019 durchschnittlich fast 190 Euro. 2009 waren es noch rund 122 Euro. In Ballungsgebieten sind die Preise erwartungsgemäß besonders hoch. In Städten wie Berlin und Hamburg mussten die Käufer sogar jeweils über 1.000 Euro pro Quadratmeter aufwenden. Auf dem Land hingegen kostet das Bauland beträchtlich weniger. In Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt zahlen Käufer im ländlichen Gebiet nicht mal 60 Euro pro Quadratmeter.

Diese rasante Preisentwicklung hat große Auswirkungen auf den Immobilienmarkt. Denn viele können sich den begehrten Wohnraum besonders in Ballungsgebieten nicht mehr leisten. Dazu vergrößert sich die Kostenspanne zwischen Bauland in der Stadt und auf dem Land immer mehr. Mittlerweile beträgt der Preisunterschied fast 80 %. Macht der erhöhte Anstieg der Kaufpreise das Platzen der beschworenen Immobilienblase in Deutschland wahrscheinlicher oder sind dies übertriebene Angstszenarien? 

Auch wenn dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zufolge die Wahrscheinlichkeit des Platzens der Immobilienblase Ende 2019 bei über 80 Prozent lag, sind Kauf- und Mietpreise 2020 trotz Corona-Krise konstant gestiegen. Außerdem ist eine solide Kreditvergabe in Deutschland weiterhin durch strenge Prüfung von Käufern durch die Banken abgesichert, die darauf achten, dass Immobilienkäufe durch genügend Eigenkapital abgedeckt sind. Das Problem ist eher der Mangel an Bauland aufgrund der hohen Verdichtung in der Stadt.

Exkurs: Was ist in Deutschland „Bauland“?

Ein Grundstück ist nicht gleichbedeutend mit Bauland. Damit die Fläche zum Bauland wird, muss das Gebiet zur Bebauung geeignet sein und in den sogenannten Bebauungsplan aufgenommen werden. 

In Deutschland gibt es für die meisten Flächen einen Bebauungsplan. Dieser ist in vielen Fällen schon vor 1960 aufgestellt worden und gilt bis heute fort. In diesem Plan ist festgelegt, wie und wo gebaut werden darf. Darin kann zum Beispiel der erlaubte Haustyp (freistehend, Reihen-, Doppel- oder Mehrfamilienhaus), Anzahl der Stockwerke, Dachformen oder sogar erlaubte Farben des Hauses festgelegt werden. An den Bebauungsplan müssen sich Bauherren zwingend halten. Bei Zuwiderhandlungen kann die Baubehörde Strafen verhängen oder sogar den Rückbau von nicht genehmigten Bauteilen fordern.  

In einem Aufstellungsverfahren zu einem Bebauungsplan gibt es mehrere Kriterien, die gegeneinander abgewogen werden. Wesentlicher Teil des Planungsverfahrens ist eine Umweltprüfung. Bei dieser wird eine Prognose darüber abgegeben, wie sich das Bauland im Hinblick auf beispielsweise Grund, Tier- oder Pflanzenwelt mit oder ohne eine Bebauung voraussichtlich verändern wird. Falls durch die geplanten Baumaßnahmen Nachteile für die Umwelt zu erwarten sind, wird im Bebauungsplan festgelegt, welche Maßnahmen zur Vermeidung oder Senkung der möglicherweise zu erwartenden Umweltschäden erfolgen sollen. 

Darüber hinaus werden auch die möglichen Altlasten auf dem Bauland im Bebauungsplan berücksichtigt. Damit können zum Beispiel mit Schadstoffen belastete Gebiete – beispielsweise infolge der Industrialisierung – gemeint sein. Ob und unter welchen Umständen auf diesen Flächen gebaut werden darf und welche Pflichten das für den Inhaber des Grundstücks mit sich bringt, ist einzelfallabhängig.   

Mit all diesen Regelungen und Vorschriften und letztlich dem großen finanziellen Investment stellt der Bau des Eigenheims einen enormen Aufwand für zukünftige Immobilienbesitzer dar, der nicht für alle zu bewältigen ist. 

Durch tokenisierte Anteile an der Wertsteigerung von Immobilien teilhaben

Anstatt ein eigenes Grundstück zu erwerben, können sich Privatinvestoren alternativ auch durch den Erwerb tokenisierter Anteile an der Wertsteigerung von Immobilien beteiligen – und das schon mit geringen Summen. Sogenannte Investment-Token bilden hierbei digitalen Anteile ab, die auf einer Blockchain gespeichert und emittiert werden. 

Damit wird die Blockchain-Technologie zum entscheidenden Baustein, um die Liberalisierung von Vermögensanlagen voranzutreiben. Darüber hinaus sparen Käufer und Verkäufer mit der neuen Technologie auch Zeit und Geld: Der Erwerb tokenisierter Anteile kann ohne üblicherweise beteiligte Parteien, wie zum Beispiel einen Notar, abgewickelt werden.  

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