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Blockchain

Warum die Finanzbranche jetzt auf tokenisierte Vermögenswerte setzen sollte

Die aktuelle Krise beschleunigt Prozesse im Finanzsektor. Das Kerngeschäft von Geldinstituten stand bereits vor dem Ausbruch der Pandemie aufgrund der anhaltenden Niedrig- bzw. Nullzinsphase unter Druck. Als Katalysator wirken nun drohende Kreditausfälle und Branchen-Konsolidierungen, die Finanzdienstleister dazu zwingen, Geschäftsmodelle langfristig zu transformieren. Traditionelle Geldinstitute sollten die Chance nutzen und kostengünstige und flexible Tokenisierungskonzepte vorantreiben.

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Tokenisierung in der Finanzbranche: Effizient und kostengünstig

Die Tokenisierung ist ein globaler Wachstumsmarkt, der bis 2024 laut Schätzungen auf 4,8 Billionen Dollar anwachsen wird, bei einer jährlichen Wachstumsrate von 19,5 %. Was treibt dieses Wachstum? 

Viele herkömmliche Finanzierungsinstrumente und Kapitalmarktprodukte sind vergleichsweise komplex und teuer im Handel und in der Verwahrung. Bei Fondsprodukten fallen erhebliche Einmal- und laufende Kosten an: Initialkosten sind Aufwendungen und Vergütungen, die bei der Auflage eines Fonds entstehen. Zu den laufenden Fondskosten zählen unter anderem die jährlichen Vergütungen für Verwaltungsgesellschaft und Verwahrstelle, Transaktions- und Investitionskosten oder die Gehälter der Asset-Manager. Diese sogenannten “weichen Kosten” eines Fonds vermindern die Erträge der Investition über den gesamten Anlagezeitraum hinweg und wirken sich deshalb unmittelbar auf die Rendite des Anteilinhabers aus.

Beim Erwerb von Einzelaktien fallen in der Regel zwei Gebühren an: laufende Depotkosten und Ordergebühren für jede Transaktion. Wenn Investoren ihr Depot häufig umschichten, schmälern Transaktionskosten die Rendite aus dem Wertpapiergeschäft empfindlich. 

Die Blockchain-Technologie kann viele Prozesse dagegen deutlich kosten-, zeit- und ressourcenschonender abwickeln, indem sie Kapitalmarktprodukte auf dem Primär- und Sekundärmarkt tokenisiert. Die transparente Nachverfolgbarkeit begünstigt direktere Wege und schnellere Transaktionen. Ein Blockchain-Ökosystem kann in der Finanzbranche sowohl Handlungsspielräume für Emittenten (größerer Liquiditätspool), als auch für Investoren eröffnen und Marktmanipulationen einschränken.

Tokenisierung ermöglicht es, auf der einen Seite Kryptowährungen (=Payment-Token) und auf der anderen Seite verbriefte Vermögenswerte (=Security Token) zu strukturieren. Das können Wertpapiere, aber auch Kunstwerke, Oldtimer oder Immobilien sein, die aufgeteilt und als digitale Schuldverschreibungen ausgegeben werden. Somit können mehrere Personen digitale Anteile an Sachwerten besitzen und von deren Erträgen und Wertsteigerungen profitieren.

Neben einer vereinfachten Handel- und Übertragbarkeit kennt die Tokenisierung noch einen weiteren Vorteil: Eine mögliche Renditemaximierung, wenn Kostenersparnisse bei der Emission, Transaktion, Verwahrung und dem Handel digitaler Vermögenswerte an Investoren weitergegeben werden.

Bis zu 65 % Kostenvorteil in der digitalen Value Chain

Tokenbasierte Finanzinstrumente werden strukturiert und über die Blockchain mittels Smart Contracts abgebildet. Die Emission und Verbreitung tokenisierter Wertpapiere erfolgt meist digital über Handelsplattformen ohne Mittelsmänner. Auch die Automatisierung der Transaktionsabwicklung kann ohne Dritte erfolgen. Da infolgedessen beispielsweise Provisionen für Intermediäre, der Gang zum Notar, die Grunderwerbsteuer oder die teure Verwahrung im Banktresor entfallen, sind tokenisierte Sachwerte deutlich kosteneffizienter, als traditionelle Bankprodukte oder Assets. 

Warum Token-Infrastrukturen der urkundlichen Verbriefung überlegen sind und welche Einsparungspotenziale sich daraus in der gesamten Value Chain ergeben, untersuchte die Studie „Cost Disruption in the Issuance Market“.

Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass der Kostenvorteil tokenisierter Assets gegenüber herkömmlichen Wertpapieremissionen aufgrund geringerer Setup- und jährlich wiederkehrenden Kosten insgesamt bei 35 bis 65 % liegt. Zur besseren Verdeutlichung wurde die Value Chain in folgende Stufen unterteilt:


  • Pre-Issuance (rechtliche und Transaktionsstrukturierung): 0 % Kostenersparnis

Für einen Wertpapierprospekt, ein Wertpapierinformationsblatt, Anwälte oder die Genehmigung von der BaFin fallen Kosten an – sowohl bei traditionellen, als auch digitalen Emissionen. Deshalb ergibt sich hier kein merkliches Einsparungspotenzial.


  • Primary Market (Emissionsdienste und Transaktionen): 14 bis 68 % Kostenersparnis

Aufgrund digitalisierter Herausgabeprozesse ohne die manuelle, personalintensive Einbuchung bei einem Zentralverwahrer lassen sich auf dem Primärmarkt mit digitalen Token-Infrastrukturen hohe Kostenvorteile von bis zu 68 % erzielen.


  • Custody and Asset Servicing (Sicherung und Verwaltung der Vermögenswerte über ihren gesamten Lebenszyklus): 33 bis 64 % Kostenersparnis

Während traditionelle Investmentprodukte bei Zentralverwahrern hinterlegt werden müssen und entsprechend hohe, laufende Gebühren verursachen, werden Token kostengünstig in digitalen Wallets gespeichert. Dadurch lassen sich bis zu 64 % Einsparpotenzial realisieren.


  • Secondary Market (Handel sowie Rücknahme von Vermögenswerten): 17 bis 50 % Kostenersparnis

Der Sekundärmarkt für Security Token bzw. tokenisierte Wertpapiere ist gerade dabei, sich zu formatieren. Dennoch zeichnen sich hier bereits hohe (Kosten)vorteile ab: Handels- und Abwicklungsgebühren auf dem Sekundärmarkt liegen bei digitalen Assets deutlich unter denen traditioneller Wertpapiere. Zudem erreichen Token-Infrastrukturen mehr potenzielle Käufer und bieten eine bessere Transparenz und Flexibilität.

Investoren und Finanzinstitute profitieren gleichermaßen von Token-Infrastrukturen

Unterm Strich geht die Studie davon aus, dass sich der Kostenvorteil digitaler Wertpapieremissionen gegenüber herkömmlich verbrieften Äquivalenten zwischen insgesamt 35 und 65 % belaufen kann. Ein Sparpotenzial, von dem Investoren und Finanzinstitute gleichermaßen profitieren können:

Für Anleger birgt die fortschreitende Digitalisierung bzw. Tokenisierung von Wertpapieren mehrere Vorteile. Sie erhalten bereits ab wenigen Hundert Euro flexible, skalierbare, liquide und personalisierte Finanzlösungen, die bislang nur Großinvestoren vorbehalten waren. Aufgrund digitalisierter Prozesse sowie geringer Setup- und Verwahrkosten profitieren Investoren zudem von einem besseren Kosten-Rendite-Verhältnis als bei traditionellen Kapitalmarktprodukten.

Für Finanzinstitute, Asset-Manager oder Emittenten halten tokenisierte Wertpapiere signifikante Einsparungspotenziale bereit und senken den Verwaltungsaufwand erheblich. Zudem können sie ihren Kunden durch ausgewählte, einfach einzubindende Token-Produkte einen zusätzlichen Mehrwert im Angebotskatalog bieten.

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