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Imi Knoebel: Minimalist und Farbmagier

Imi Knoebel: Minimalist und Farbmagier

FINEXITY
4 Minuten 
gelesen
March 23, 2023

Imi Knoebel alias Klaus Wolf Knoebel

Unter dem Pseudonym Imi Knoebel wurde Klaus Wolf Knoebel, 1949 geboren in Dessau, zu einem weltbekannten Künstler. Er studierte an der Düsseldorfer Akademie in der Klasse von Joseph Beuys und beanspruchte gemeinsam mit Rainer Giese den legendären Raum 19, der für die beiden zu einem Freiraum für künstlerische Experimente wurde. Ihre tiefe Verbundenheit bewog Klaus Wolf Knoebel und Rainer Giese dazu, sich eine künstlerische Identität zu teilen - beide nahmen denselben Vornamen an: Imi + Imi sollte dabei die Phrase “Ich mit ihm” versinnbildlichen. 

Gemeinsam mit Giese und Blinky Palermo bildete Knoebel eine Minimal-Art-Strömung unter den Beuys-Schülern. Während sein Lehrer Joseph Beuys jedoch die radikale Veränderung von Kunstbegriff und Gesellschaft propagierte, setzte sich Imi Knoebel mit der Befreiung der Kunst von jeglichen Inhalten und Funktionen auseinander.

Knoebel bekam im Jahr 2006 einen Ehrendoktor der Friedrich Schiller Universität Jena verliehen, erhielt bedeutende Kunstpreise und hat in ganz Europa, in Japan und den Vereinigten Staaten ausgestellt. Seine Werke sind in den Sammlungen vieler bedeutender Museen zu finden, darunter das Museum of Modern Art in New York, das Centre Pompidou in Paris und das Stedelijk Museum in Amsterdam.

Im Kunstkompass des Magazins Capital - dem laut Wall Street Journal “einzigen zuverlässigen Messinstrument für zeitgenössische Kunst“ - stand Knoebel 2022 auf Platz 10 der bedeutendsten, lebenden Künstler und wird auch als Farbmagier bezeichnet. 


Von schwarzen Linien zu farbigen Formen

Denn Knoebels Arbeiten bestehen oft aus leuchtend farbigen geometrischen Formen, die er in dynamischen und manchmal unregelmäßigen Kompositionen anordnet. Er ist bekannt für die Verwendung einfacher Materialien wie Holz, Metall und Papier, die er schneidet, bemalt und zu komplexen und visuell beeindruckenden Werken zusammensetzt. Allerdings veränderte sich sein Farbstil im Laufe seiner Schaffenszeit von Schwarz / Weiß über Rost bis hin zu leuchtend bunten Farben.

Nach Jahren der Schwarz-Weißmalerei trat er das “Erbe” seines Kommilitonen Blinky Palermo an - dem Farbkünstler aus der Klasse von Joseph Beuys, der früh verstorben war. Erste farbige Werke waren mit Mennige (einem Rostschutzmittel) bemalten Hartfaserbilder, doch schon ab 1977 malte Imi mit der gesamten Farbpalette. 

Seit Anfang der 1980er-Jahren engagierte sich Imi Knoebel mit seinem Werk auch verstärkt für politische und gesellschaftliche Belange. Zum Beispiel schuf er 1988 den Kinderstern - ein Kunstwerk, das sich bis heute kontinuierlich für die Kinderrechte einsetzt, indem es Projekte für Kinder in Not finanziert. Knoebels Werk “Day and Night” ist eine Serie von Skulpturen, die er in einem ehemaligen Schieferbergwerk in der Eifel errichtet hat. Die Installation besteht aus mehreren Holzstücken, die in einem Kreis angeordnet sind und als Gedenkstätte für die Menschen dienen, die in der Vergangenheit im Bergwerk gearbeitet haben.

Im Lauf der Zeit entstand auch eine umfangreiche Sammlung an Bildinstallationen. Keilrahmen und geometrischen Formen aus Holzfaserplatten bilden zusammen ein räumliches Konstrukt, das durch leuchtende Farben noch intensiver wirkt. Die räumliche Tiefe seiner Bildinstallationen entsteht auch dadurch, dass Knoebel bevorzugt mit Acryl auf Aluminium malt und das kühl-weiße Metall der darunterliegenden Schichten durchschimmern lässt.


Bekannte Werke

Seine Liebe zu Transparenz und Farbe kam auch bei einem ganz besonderen Projekt zum Ausdruck: Mit der Gestaltung von insgesamt neun bunten Glasfenstern für die altehrwürdige Kathedrale von Reimes setzte Knoebel 2011 ein Zeichen für nachbarschaftliche, französisch-deutsche Beziehungen. Drei weitere mit Buntglaskreationen gestaltete Fenster befinden sich in der Jeanne-d’Arc-Kapelle der Kathedrale. Sie wurden am 11. Mai 2015 eingeweiht.

Für die Bar im Volkshaus Basel kreierte Knoebel das zweite Glasfensterwerk seiner bisherigen Karriere. Die “Imi Bar” ist neben der Kathedrale in Reims der einzige Ort, an dem Glasfenster des Künstlers zu sehen sind. Das neue Herzstück der bekannten Basler Bar sind die von Knoebel exklusiv für das Volkshaus Basel entworfenen Buntglasfenster, welche die Stadt Basel - und den Trinkgenuss - farbenfroh zelebrieren.

Das bislang teuerste, jemals versteigerte Gemälde von Imi Knoebel erinnert übrigens sehr an die Glasfenster der Imi Bar. Es trägt den Titel “Revolver I” und wurde bei Christie’s in Amsterdam auf maximal 120.000 Euro geschätzt - wechselte schließlich aber für 423.000 Euro den Besitzer.

Stilistisch ähnliche Editionen mit Acryl auf Kunststofffolie tragen den Titel Basel Fenster (2020). Sie wurden von der Financial Times als den Star der Art Basel 2021 gewürdigt. Die bisher einzige Auktion eines Basel Fenster Motivs fand während der Dorotheum Art Auction im Jahr 2022 für 83.200 Euro statt; ab März 2023 werden vier signierte und nummerierte Werke exklusiv auf dem FINEXITY Marktplatz in Form digitalisierter Anteile angeboten.

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