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Wie sparsam sind die Deutschen?

Die Deutschen haben den Ruf, zu den sparsamsten Menschen der Welt zu gehören. Dabei ist dies mehr als nur ein Ruf und kann auch statistisch belegt werden. Wie sparsam die Deutschen nun wirklich sind und wofür das Geld ausgeben wird, erfährst Du hier.

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Über wie viel Geld verfügen die Deutschen?

Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Geldvermögen der Deutschen im Jahr 2018 auf etwa 6,2 Billionen Euro. Dieses Ergebnis lässt sich aus den Daten der Deutschen Bundesbank und der DZ Bank AG ableiten, was einen Zuwachs von 1,9 Prozent darstellt. Bei knapp 81 Millionen Einwohnern würde jede Person im Durchschnitt ungefähr über 77.000 Euro verfügen. Dabei muss auch gesagt werden, dass das Geld nicht gleichmäßig verteilt ist. Insgesamt lag die Sparquote der Deutschen, laut der Deutschen Bundesbank, im Jahr 2018 bei 10,2 Prozent des Gesamteinkommens pro Haushalt. Im Gegensatz zu anderen EU-Ländern stieg die Sparquote in den letzten Jahren kontinuierlich an. So lag diese 2013 beispielsweise nur bei 8,9 Prozent. In Zeiten der Nullzinspolitik der EZB agieren die Deutschen damit entgegen dem Trend.


Wofür geben die Deutschen ihr Geld aus?

Durch die steigenden Preise für Mietwohnungen ist es kaum verwunderlich, dass hier das meiste Geld ausgegeben wird. 2016 gab jeder deutsche Haushalt, laut dem Statistischem Bundesamt, im Durchschnitt 35,3 Prozent des gesamten Einkommens für  Miete, Nebenkosten und die Instandhaltung der Wohnung oder des Hauses aus. Allerdings gibt es auch hier große Unterschiede. Die Mietpreisexplosionen in den Großstädten und Ballungsräumen wurden in der Untersuchung nicht berücksichtigt. Jemand, der in einer großen Stadt wie Hamburg oder Berlin lebt, gibt wahrscheinlich mehr für die Miete aus als jemand, der in ländlichen Regionen lebt.

Auf dem zweiten Platz der Ausgaben liegen weiterhin Nahrung, Getränke und Tabak mit einem Anteil von 13,8 Prozent. Erst danach kommen die Ausgaben für Verkehr und Freizeit mit jeweils 13,5 und 10,4 Prozent. Der Rest des Einkommens wird gespart oder entfällt auf Artikel, wie z.B. Haushaltsgeräte und Kleidung.


Wo legen die Deutschen ihr Geld am liebsten an?

Durch die Nullzinspolitik der EZB sehen die Banken keinen Anreiz, sich Geld von den Sparern zu leihen. Infolgedessen gibt es auf Sparbücher und Tagesgeldkonten kaum noch Zinsen. Würdest Du Deine Ersparnisse so anlegen, dann hättest Du nach einem Jahr tatsächlich weniger Geld auf dem Konto. Zwar erhöht sich die angezeigte Zahl auf dem Konto leicht, jedoch ist das Geld aufgrund der Inflation weniger wert. Diese lag 2018 bei 1,8 Prozent. Im gleichen Zeitraum hättest Du für Dein Tagesgeldkonto bzw. Sparbuch lediglich einen Zinssatz zwischen 0,05 Prozent und 0,2 Prozent bekommen.

Trotzdem gehören diese beiden Anlageformen immer noch zu den mit Abstand Beliebtesten in Deutschland. Knapp 2,5 Billionen Euro legten die Deutschen 2018 in Sparbüchern und Tagesgeldkonten an oder besaßen es als Bargeld. Auf Investmentfond und Aktien entfallen gerade einmal circa 1 Billion Euro und dies hat einen Grund. Eine Studie der GfK und des Flossbach von Storch Instituts fand heraus, dass die Deutschen trotz niedriger Zinsen kaum bereit sind sich andere Anlagemöglichkeiten zu suchen. Lediglich ein Drittel der Befragten gab an, dass sie auf andere Investitionsmöglichkeiten ausgewichen sind. Dabei entschieden sich vor allem Gutverdiener dafür, ihr Geld in Aktien und Fonds anzulegen, während Geringverdiener auch weiterhin auf das Sparbuch und Tagesgeldkonten schwören. Besonders heikel: Auch wenn tendenziell eher Männer zu einem Anlagenwechsel tendieren, haben laut der Studie 64 % der Deutschen ihr Sparverhalten nicht an die Niedrigzinspolitik angepasst. 

Ein Ende der Nullzinspolitik der EZB scheint derzeit nicht in Sicht, weshalb Du Dir unbedingt überlegen solltest, Dein Sparverhalten zu ändern, wenn noch nicht geschehen. Von Sparbüchern und Tagesgeldkonten ist schon lange abzuraten, besonders da der Markt dank neuer Technologien wie der Blockchain oder Robo-Advisors neue Wege bietet, die zeigen wie man im heutigen Zeitalter investieren kann und sollte. Dabei gilt nach wie vor, seine Anlagen auf verschiedene Anlagengebiete zu streuen, um den Gewinn zu maximieren und die möglichen Verluste zu minimieren.

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