Kann die Plattformstruktur Immobilieninvestments revolutionieren?

Die Digitalisierung hat alles verändert: die Art und Weise wie Unternehmen arbeiten, wie wir konsumieren, wie wir investieren und wie wir Arbeit finden. Konzepte wie digitale Marktplätze, die Gig Economy oder Plattformwirtschaft sind Teil der neuen, digitalisierten Welt. Es sieht so aus, als wären Plattformen gekommen, um zu bleiben. Doch bietet die Plattformstruktur Dir auch Vorteile bei Immobilieninvestments? Sind Plattformen für den Investmentmarkt überhaupt geeignet? Oder muss sich dieser den Plattformen anpassen? Wir haben die Antworten auf Deine brennendsten Fragen.

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Was Plattformen leisten können

Digitale Plattformen wie Amazon bieten jede erdenkliche Ware zum Kauf und Verkauf an. Google und Apple betreiben jeweils ihre eigenen digitalen Marktplätze, auf denen App-Entwickler und App-Nutzer zusammenfinden. Etsy ist die Plattform für alles Selbstgemachte, Kunst und Accessoires, auf der private Hersteller und Liebhaber von Individuellem Geschäfte machen, Uber wirbelt die weltweite Fahrgastindustrie auf und Airbnb sorgt unter Hotel- und Hostelbetreibern für schlotternde Knie. Plattformen stellen ganze Industrien auf den Kopf und sind das Paradebeispiel für den Siegeszug komplett digitaler Geschäftsmodelle. Das beste Argument für Plattformen ist die enorme Effizienz, die sie ermöglichen. Du weißt selbst, wie unglaublich schnell und einfach Du dank Plattformen kaufen, verkaufen und konsumieren kannst. Egal, ob Ferienwohnung, Auto, neuer Fernseher oder Entertainment-Produkte: Auf Plattformen findest Du alles.

Anbieter und Kunden nutzen Plattformen als Marktplatz, der umso besser funktioniert, je mehr Teilnehmer sich auf der Plattform sammeln. Je höher die Nachfrage, desto größer das Angebot. Plattformen sind digitale Vermittler und bringen Märkte und Marktteilnehmer erfolgreich und effizient zusammen. Auch die Handelbarkeit von Waren und Werten wird durch digitale Plattformen erhöht. Anfang der 2000er musstest Du noch Zeitungsannoncen aufgeben oder Aushänge am Supermarktpinnbord anbringen, um Nachmieter für Deine Wohnung zu finden. Heute rennen Dir nur wenige Minuten nach Anzeigenschaltung bei Ebay-Kleinanzeigen schon die ersten hundert Interessenten die Tür ein. Plattformen beschleunigen Transaktionen und sorgen für ungeahnte Dynamik. Doch können Plattformen auch den Investmentsektor revolutionieren?

Wo stoßen Plattformen für Immobilieninvestments an ihre Grenzen?

Immobilienplattformen, auf denen Wohnungen zur Miete oder Eigenheime zum Kauf angeboten werden sind bereits etabliert und funktionieren reibungslos. Auf solchen digitalen Immobilienmärkten werden Käufer, Mieter, Verkäufer und Eigentümer zusammengeführt und können sich gegenseitig beurteilen. Annoncen für Immobilienobjekte, die auf Plattformen wie Immobilienscout24 angeboten werden, kommen oft mit einer Fülle an digitalen Dokumenten wie Energieausweis, Grundriss und Exposés. Durch Transparenz wird Vertrauen geschafft. Der Informationsaustausch zwischen Mietinteressenten und Vermieter noch vor der eigentlichen Besichtigung schafft Sicherheit. Für Geschäfte wie diese sind Plattformen bestens geeignet. Wie sieht es aber mit Immobilieninvestments aus?

Wenn Du als Anleger in Immobilien investieren willst, um Renditen zu erwirtschaften, sieht es in der Welt der Plattformwirtschaft allerdings schon ganz anders aus. Die Investition in Immobilienfonds ist wesentlich komplizierter als das Finden einer neuen Mietwohnung. Auf Fondsplattformen fallen Depotgebühren und Ausgabeaufschläge an, auch gibt es Mindestorderpreise, die oft bei 500 Euro liegen. Willst Du auf Fondsplattformen in Wertpapiere und ETFs investieren, solltest Du Dich mit Fondsprospekten auskennen und wissen, wie Du die dort präsentierten Informationen richtig analysieren kannst. Oft sind Anleger auf Investmentplattformen hier aber alleingelassen. Da es meist keine direkten Ansprechpartner gibt, die Deine Fragen beantworten können, steigt mitunter das Risiko Deiner Investition. Die komplette Digitalisierung des Investmentgeschäfts durch Plattformen ist immer dann problematisch für die Nutzer, wenn aus den eigentlichen Vorteilen, der Effizienz und schnellen Handelbarkeit, Nachteile werden. Wer unwissend auf Fondsplattformen handelt und keine kompetenten Berater zur Seite hat, geht das Risiko ein, Geld zu verlieren. Die Gefahr des Totalverlusts aller Ersparnisse stellt dann den Anlage-Super-GAU dar.

Zeit für Revolution?

Die Plattformwirtschaft kann den Markt für Immobilieninvestments durchaus revolutionieren. Das Potenzial ist enorm und smarte Anbieter arbeiten bereits fleißig daran, moderne Plattformlösungen zu entwickeln, die es Dir erlauben, in Immobilien zu investieren. Damit solche Plattformen erfolgreich sind, müssen die Anbieter es schaffen, ihre neuen Lösungen mit den Vorteilen der realen Welt zu verbinden. Nur wenn Anleger direkte Ansprechpartner haben und wissen, bei Fragen jederzeit mit fachkundigen Experten sprechen zu können, bieten Investmentplattformen einen echten Mehrwert.

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