Home
 / 
Blog
 / 
Multi-Asset
 / 
Da ist Musik drin: Streichinstrumente als Investment

Da ist Musik drin: Streichinstrumente als Investment

FINEXITY
4 Minuten 
gelesen
September 8, 2023

Violinen: Klassik als Assetklasse

Historische Streichinstrumente sind eine weniger bekannte Anlageklasse, die den Vergleich mit anderen Sachwerten jedoch nicht zu scheuen braucht. Ganz im Gegenteil: Spitzeninstrumente stehen seit Jahrzehnten Garant für attraktive Renditeperspektiven. 

So zeigt Albert Fuchs aktuelle „Taxe der Streichinstrumente” eine historische Rendite von durchschnittlich fünf bis zehn Prozent pro Jahr, die in der Vergangenheit zeitweise auch Indizes wie den Dax outperformte. Gründe hierfür sind zum einen die sehr geringe Korrelation mit allen anderen Anlageklassen, eine geringe Volatilität sowie ein niedriges Verlustpotential in Krisenzeiten. 

Zum anderen erfreuen sich Spitzeninstrumente einer großen Beliebtheit, da sie im Vergleich zu anderen Sachwerten wie beispielsweise Immobilien oder Classic Cars relativ mobil sind, geringe Nebenkosten aufweisen und zudem einen musikalischen Return bieten.

Denn Anleger, die eine teure Geige nicht selbst nutzten, sollten sie von Künstlern spielen lassen, da Streichinstrumente bei zu langer Lagerung an Klangqualität und somit an Wert verlieren. Deshalb vermittelt beispielsweise die Deutsche Stiftung Musikleben Instrumente an Nachwuchstalente und bezahlt auch deren Versicherung und Lagerung. Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situation für Musiker und Investoren:

Schaffen es die jungen Violinisten im Laufe ihrer Karriere zu größerer Prominenz, kann das Instrument dadurch deutlich an Wert gewinnen. Auch die Leihgabe an berühmte Solisten und Orchester kann sich preissteigernd auswirken und zugleich die Fixkosten eines Instrumenten-Investments senken. Da Spitzeninstrumente für Musiker nicht mehr erschwinglich sind, treten Investoren zugleich als Mäzen auf, wenn ihre Geige an Solisten verliehen und somit auf den großen Bühnen der Welt erklingen darf. Als „musikalische Rendite” gilt deshalb die Freude darüber, dass ein berühmter Musiker auf der Bühne das Instrument spielt, an dem man beteiligt ist.

Geringes Angebot an Spitzeninstrumenten

Die Tradition des Geigenbaus hat ihre Wurzeln in Norditalien. Neben Mailand, Brescia oder Venedig blühte das Handwerk vor allem in der Stadt Cremona. Begehrte Preziosen wie die historischen Streichinstrumente von Stradivari oder Guarneri del Gesù kommen aus der Musik-Metropole und befinden sich meist in den Händen von Adelshäusern, Regenten und Solisten. Insgesamt umfasst der Markt für investierbare Geigen, Violoncelli und Bratschen nur rund 10.000 Instrumente aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, die größtenteils jedoch gar nicht verfügbar sind. Von Stradivari existieren beispielsweise nur noch etwa 650 Instrumente, weshalb der Anlegerkreis für dieses Segment entsprechend klein und exklusiv ist.

Aber es muss nicht immer eine Stradivari sein. Es gibt auch eine reiche Auswahl an großartigen Instrumenten anderer Meister aus Italien (wie Bergonzi, Ruggieri, Maggini, Montagnana, Grancino, Gagliano, Guadagnini, Serafin), Frankreich (Lupot, Vuillaume, Silvestre, Bernardel, Gand) Deutschland und England. Einen guten Namen genießen auch zeitgenössische Geigenbauer wie Peter Erben und Martin Schleske, Daniele Scolari oder Giorgio Grisales. Deren Geigen sind (noch) erschwinglich, doch es lässt sich nicht voraussagen, ob die Streichinstrumente in Zukunft hohe Preissteigerungen erfahren werden.

Einstiegsbarrieren für Instrumenten-Investoren

Bei der Wahl des richtigen Instrumentes als Investition sollten Anleger deshalb vor allem auf historische Spitzeninstrumente setzten. Wichtige, preisbestimmende Faktoren bei historischen Geigen sind u.a.: Der Zustand des Instruments, dessen Herkunft, der Name des Meisters, der Seltenheitswert, der Klang und die Künstler, die das Instrument schon gespielt haben. Für eine Geige wie etwa die „Lady Blunt” von Stradivari müssen schon mehr als elf Millionen Euro auf den Tisch gelegt werden. Die wertvollste, bislang versteigerte Geige war jedoch nicht von Stradivari, sondern von seinem norditalienischen Nachbarn Giuseppe Guarneri (del Gesù): 2010 wurde eine „Guarneri del Gesù“ für 18 Millionen Dollar versteigert – der höchste Preis, der je für eine Violine bezahlt wurde.

Laien sollten beim Kauf eines Investment-Instruments in jedem Fall Vorsicht walten lassen, einen Fachmann hinzuziehen oder in vorselektierte Geigen auf spezialisierten Plattformen investieren. Denn der Markt ist – wie auch der Kunstmarkt – relativ unübersichtlich. Es kursieren viele Fälschungen und die Merkmale eines hochwertigen Originalinstrumentes und dessen Renditepotenzial sind für einen Laien kaum zu erkennen. 

Außerdem beruht eine Geldanlage mit Streichinstrumenten letztlich auf der Erwartung höherer Preise in der Zukunft, denn die Rendite ergibt sich nur aus der Differenz von Ankaufs- und Verkaufspreis (abzüglich möglicher Kosten). Digitalisierte Anteile an hochkarätigen Sachwerten, zu denen auch Violinen zählen, können dagegen bereits ab 500 Euro erworben und auf dem Zweitmarkt flexibel gehandelt werden. Dies ist vor allem für Einsteiger eine hervorragende Möglichkeit, um erste Berührungspunkte und Erfahrungen mit spannenden Instrumenten-Investments zu sammeln.

Fanden Sie den Artikel hilfreich? Jetzt teilen auf

Mit dem Betätigen des Teilen-Buttons erteilen Sie freiwillig Ihre Einwilligung in die Weiterleitung auf die Webseite des Drittanbieters und die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten zu Zwecken des Teilens. Sie können diese Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Durch den Widerruf der Einwilligung wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund der Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Sie bestätigen die Datenschutzerklärung und das Transparenzdokument gelesen zu haben.