Teuer, teurer, Notar – Führt kein Weg dran vorbei?

Die Kosten für einen Notar mögen auf den ersten Blick als unbedeutend erscheinen. Was ist schon ein Prozent der Kaufkosten, den Notare für gewöhnlich verlangen? Befasst man sich aber eingehender mit den Notarkosten, stellt man schnell fest, dass diese alles andere als unbedeutend sind. Stelle Dir einmal vor, Du möchtest ein traumhaftes Loft in Deinem Lieblingsviertel in Berlin für eine Million Euro erbwerben. Die Notarkosten von einem Prozent bedeuten hier für Dich zusätzliche 10.000 Euro. Hinzu kommen für Dich außerdem noch 5.000 Euro für den Grundbucheintrag, welcher ungefähr 0,5 Prozent des Kaufpreises beträgt. Die eigentlich so harmlos klingenden Notarkosten belaufen sich also nun schon auf 15.000 Euro. Und wofür genau bezahlst du da? Was ein Notar macht und wann Du an einem Notar nicht vorbeikommst, erfährst Du in dem folgenden Artikel.

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Notare – sind allgemein bekannt! Oder doch nicht? 

Auch wenn man nicht sofort weiß, was ein Notar alles so macht oder zu was er berufsrechtlich überhaupt berechtigt ist, so hat doch jeder von uns sicherlich schon einmal einen Notar gesehen. Vielleicht nicht direkt persönlich die Hand geschüttelt, aber doch zumindest ganz bestimmt im TV. Nämlich in TV-Shows wie „Der Preis ist heiß“, „Schlag den Raab“ oder bei „DSDS“. Denn Notare dürfen Auslosungen und Verlosungen vornehmen, ebenso als neutraler Schiedsrichter tätig werden und Wertsachen, wie beispielsweise Aktien, verwahren. Überwiegend werden Notare jedoch mit der notariellen Beurkundung von Immobilienverträgen in Verbindung gebracht. 

Nichts ist umsonst – warum es ohne nicht geht! 

Der Notar ist auf der einen Seite als Freiberufler selbstständig, zugleich aber auch Träger eines öffentlichen Amtes. An einem Notar kommst Du nicht vorbei, jedenfalls nicht bei bestimmten Rechtsgeschäften. Der Gesetzgeber verlangt für gewisse Rechtsgeschäfte eine notarielle Beurkundung, damit diese rechtlich überhaupt wirksam werden. Notariell beglaubigte Übersetzungen spielen im Visumsrecht beispielsweise eine wichtige Rolle. Besonders bei Immobiliengeschäften, also Käufen, Verkäufen und Übertragungen von Immobilien sind notarielle Beglaubigungen ebenfalls unerlässlich. Auch Eheverträge und Erbverträge brauchen für ihre Wirksamkeit eine notarielle Beurkundung.  

Mehr Schein als Sein? 

Der Notar bekommt sein Geld nicht nur für das bloße Vorlesen eines vertragsrechtlichen Schriftstücks. Denn eine notarielle Beurkundung dient mehr als dem simplen formalen Nachweis eines Immobilienkaufs. Der Notar klärt die beteiligten Parteien zugleich auch über mögliche Risiken und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die beteiligten Vertragsparteien auf. Damit letztendlich auch jeder der Vertragspartner die Tragweite seines Handelns überblicken kann. Aber rechtfertigt das die hohen Notarkosten? Woher kommen diese? Die hohen Kosten für den Notar beim Immobilienkauf entstehen unter anderem dadurch, dass die Gebühren für die Dienstleistung eines Notars in einer festen Gebührenordnung vorgeschrieben sind. Es kommen somit nicht die üblichen Mechanismen des Marktes von Angebot und Nachfragen zum Tragen und schon gar nicht ein Verhandlungsgeschick des Kunden. Neben diesen marktwirtschaftlich unbegründeten Notarkosten musst Du beim Kauf einer Immobilie außerdem mit enorm hohen Kaufnebenkosten rechnen. Denn beim Erwerb von Immobilien kommt noch eine erhebliche Grunderwerbsteuer hinzu, deren Höhe von Bundesland zu Bundesland variiert. Die Höhe der Grunderwerbsteuer liegt zwischen 3,5 % und 6,5 %. Steuern und Notarkosten haben schon so manchem Willigen die Lust am Immobilienkauf verdorben. Doch gibt es Möglichkeiten, diese Kosten zu reduzieren?

Dank Blockchain – smarte Hilfe in Sicht?  

Die Blockchain könnte in Zukunft die Aufgaben der Notare übernehmen und das Ganze dann schneller und zugleich günstiger erledigen. Das Ziel der Blockchain ist, Transaktionen im Internet sicher zu machen, um sie vor Manipulationen zu schützen. Somit könnte die Rolle des Notars als unabhängige Kontroll- und Bestätigungsinstanz durch die Blockchain abgelöst werden. Demnach kann beispielsweise ein Grundbucheintrag in einem Blockchain-Netzwerk verankert werden. Durch die Kryptotechnologie ist der Eintrag innerhalb der Kette unveränderbar, unaustauschbar und verifizierbar. Vom Prinzip her ein Verfahren das den bisherigen notariellen Grundbucheintrag ersetzen könnte. Somit in Zukunft vielleicht eine Möglichkeit, die hohen Kosten des Notars zu umgehen. So nutzt beispielsweise in Schweden mittlerweile das Grundbuchamt die Blockchain für Grundbucheintragungen. Von der Umstellung auf digitale Kryptotechnologien verspricht sich das schwedische Grundbuchamt eine Effizienzsteigerung und damit verbundene Kosteneinsparungen. Wenn es funktioniert, ist es vielleicht ein Zukunftsmodell für Deutschland.

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