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Zeitgenössische Kunst als Wachstumstreiber

Die zeitgenössische Kunst hat sich mittlerweile zum dynamischsten und rentabelsten Segment des gesamten Kunstmarkts entwickelt. Sie wird in doppelt so vielen Auktionshäusern wie noch vor 20 Jahren angeboten. Wir erklären, welche Trends diese Entwicklung begleiten und wie Privatanleger davon profitieren.

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Der Markt für zeitgenössische Kunst verändert sich rasant. Werke der Gegenwart waren bis in die 90er Jahre wirtschaftlich nahezu belanglos. Heute machen sie laut dem aktuellen Artprice Report "20 Years of Contemporary Art Auction History" ca. 15 % des Segments der Bildenden Künste aus und haben sich in den vergangenen 20 Jahren mit einem Wachstum von 2.100 % zu einem bedeutenden Wachstumstreiber entwickelt. Dies liegt zum einen an einer steigenden Zahl von Künstlern (5.400 auf ca. 32.000) und Werken (Anstieg von 2.000 angebotenen Losen auf 123.000 Lose). Lag die geographische Ausdehnung des Marktes im Jahr 2000 noch bei 34 Ländern, sind es heute 64 Länder, die an entsprechenden Auktionen teilnehmen. Zum anderen sind die Zeiten, in denen einzelne westliche Künstler den Markt unumstößlich dominierten, vorbei. 

Alternative Narrative erschließen neue internationale Märkte in Afrika und Asien

Der Markt ist mittlerweile deutlich internationaler geprägt und fordert ebenso interkulturelle Diversität. Dies erlaubt einer Vielzahl von aufstrebenden Künstlern, aus bisher auf dem Weltmarkt eher unterrepräsentierten Ländern des afrikanischen und asiatischen Kontinents, den Zugang zur weltweiten Bühne. Das wiederum begegnet gleichfalls der steigenden Nachfrage nach alternativen Narrativen. 

Insbesondere China hat begonnen eine deutlich größere Rolle im internationalen Kunstmarkt zu spielen und überholte zum ersten Mal im Jahr 2010 die USA in puncto kumulierten Auktionszahlen. Einflussreiche Investoren, sowie zahlreiche der bedeutendsten Auktionshäuser, fokussieren sich immer stärker auf den chinesischen Markt. Dies erscheint als eine unvermeidbare Entwicklung, da zum Beispiel in Hong Kong mittlerweile bis zu 10 % der Verkäufe im zeitgenössischen Kunstsegment getätigt werden und die Zahl der Ultra-High-Net-Worth Individuals, welche den Großteil der Käuferschicht zeitgenössischer Kunstwerke ausmachen, in China wie in keinem anderen Land gestiegen ist. 

Noch gehen zwar 69 % des Auktionsvolumens nach wie vor von den drei größten angelsächsischen Auktionshäusern aus (Christies: 28 %, Phillips: 11%, Sothebys: 30 %). Diesen sind jedoch, mit den Listenplätzen 4-11, ganze sieben chinesische Auktionshäuser dicht auf den Fersen. Angeführt werden diese von China Guardian und Poly International. 

Chinesische Künstler bringen frischen Wind, amerikanische Stars machen Umsatz

Als größter Profiteur dieser Entwicklung steht folglich China fest – auch auf der Angebotsseite. Während Kunstwerke zeitgenössischer chinesischer Künstler bislang auf dem internationalen Markt eher selten angeboten wurden, geschweige denn hohe Auktionspreise erzielen konnten, werden die Werke der Stars des asiatischen Markts, wie zum Beispiel Zhang Xiaogang oder Fang Lijun, mittlerweile zu Höchstpreisen versteigert. So erzielte das Werk Bloodline: Big Family No. 3 (1995) von Zhang Xiaogang einen Auktionsrekord von $ 12,1 Millionen, während dessen Werke im Jahr 2000 noch für ungefähr $ 5.000 den Besitzer wechselten. 

Die Entwicklung in China steht dabei stellvertretend für den Anstieg an Popularität und Preisniveau, den zeitgenössische Künstler und Kunstwerke in den vergangenen Jahren genießen durften. 

So werden die meisten Werke bei Auktionen von zeitgenössischen Künstlern wie Koons, Banksy, Murakami und Hirst mit einer Anzahl von ca. 2.000 bis 6.000 Losen versteigert. Ein Grund hierfür wird die Vermischung von Kunst und Kommerz sein, welche eine größere Zahl an Werken einer größeren Käuferzahl zur Verfügung stellt. 

Nach wie vor handelt es sich jedoch trotz steigender Diversität bei den Umsatztreibern lediglich um 0,3 % der gesamten Zahl zeitgenössischer Künstler. Zwar werden die Werke von bis zu 30.000 Künstlern öffentlich versteigert, jedoch sorgen für den Hauptanteil des Umsatzes nach wie vor lediglich eine kleine Elite von 100 der nachgefragtesten Künstler. Beispielsweise sind die amerikanischen Künstler Jeff Koons und Jean-Michel Basquat für 12 % des weltweiten Umsatzes verantwortlich. Letzterer verlangt mittlerweile für seine Werke Preise, die bislang für Claude Monet und Pablo Picasso aufgerufen wurden.

Globale Vertriebsstrukturen und mehr Differenzierung durch Digitalisierung

Eine Hoffnung für die bislang weniger erfolgreichen und sichtbaren zeitgenössischen Künstler stellt die Digitalisierung dar. Denn natürlich ist auch der Kunstmarkt durch diese nicht unberührt geblieben. Durch Social Media ergeben sich neue Ausstellungs- und Vertriebsmöglichkeiten. Künstler haben nun die Möglichkeit, unabhängig von etablierten Vertriebsstrukturen wie zum Beispiel Galerien oder Museen ihre Werke einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei profitieren die Künstler trotz geringer Ausgaben davon, dass Sie zwar ein globales und deutlich größeres Publikum ansprechen, jedoch auch sehr genau differenzieren können, wer ihre Werke vorgeschlagen bekommt. Bislang lag dies in den Händen von Museumsdirektoren oder einflussreichen Galeristen. 

Auch die Nachfrageseite könnte in naher Zukunft durch den technologischen Fortschritt radikal umgestaltet werden. Während bislang vorwiegend Ultra-High-Net-Worth-Individuals die Werke der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler erwerben, ermöglicht die Blockchain-Technologie eine neue Form der Beteiligung am Kunstmarkt. 

Fazit: Liberaler Wandel, elitärer Kern 

Angetrieben von technischen Erneuerungen und einer steigenden Nachfrage nach Diversität ist eine Machtverschiebung auf dem Kunstmarkt zu beobachten. Bisher war der Kauf und das Profitieren von der Wertsteigerung verschiedener Kunstwerke lediglich finanzstarken Family-Offices oder sehr vermögenden Sammlern vorbehalten. Durch die Tokenisierung von Kunstwerken, also die Aufteilung eines Werks in eine Vielzahl von technisch abgebildeten Einheiten, wird erstmals Privatanlegern ermöglicht an der Wertsteigerung des Kunstmarktes zu partizipieren

Die Tokenisierung von Kunstwerken räumt mit überkommenen Privilegien auf und stellt damit eine liberalisierte Alternative zu traditionellen Kunstinvestments dar. Vielfältige Narrative werden statt einer homogenen Leitkultur gefordert. Anstelle von einzelnen Großinvestoren partizipieren viele Kleinanleger an der Wertsteigerung des Kunstmarktes. Dennoch dominiert nach wie vor eine kleine Elite an zeitgenössischen Künstlern den Markt. 

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